In der Eisengasse, einem der ältesten Winkel der Luzerner Altstadt, atmet ein Fachwerkhaus Geschichte. Schräge Balken, verwinkelte Treppen, der Charme des Spätmittelalters – und ein Duft, der so gar nicht nach Zentralschweiz klingt. Hier, zwischen Pilatus und Vierwaldstättersee, weht der Hauch des Bündnerlands. Im Restaurant Bündnerland Luzern hat Fabian Dumitrache seine beiden großen Leidenschaften vereint: die urbane Lebensfreude der Stadt am See und die herzhaft-ehrliche Küche der südöstlichen Alpen. Ein Ort, an dem Tradition nicht museal bewahrt, sondern mit jugendlichem Feuereifer neu interpretiert wird.

Vom Jungkoch des Jahres zum Botschafter der Bündner Art
Die Karriere von Fabian Dumitrache liest sich wie das Drehbuch für eine kulinarische Erfolgsgeschichte. Geprägt von Stationen in einem Grandhotel in Films und als jüngster Koch auf dem Luxusliner MS Europa II, kehrte er mit einer klaren Vision zurück in seine Lieblingsstadt. Ihn trieb der Wunsch, die Gerichte seiner Wahlheimat Graubünden nicht nur zuzubereiten, sondern sie zu optimieren, mit hochwertigen Zutaten zu veredeln und ihre Geschmacksnuancen kreativ auszuloten. Sein Handwerk, das er auch in der Nationalmannschaft der Köche verfeinerte, stellt er nun in den Dienst der alpinen Gemütlichkeit. Sein Wagnis mündete in einen Triumph: 2022 holte sein Restaurant als erstes in der Luzerner Altstadt überhaupt den begehrten 1. Platz bei den «Best of Swiss Gastro Awards» in der Kategorie «Classic» – eine Auszeichnung, die auch ein Statement für ein genussfreudiges, lebendiges Luzern ist.


Pizokel, Capuns und die Kunst der Verwandlung
Die Speisekarte ist eine Liebeserklärung an Graubünden, serviert auf drei urigen, verwinkelten Stockwerken des historischen Hauses. Doch hier geht es nicht um bloßes Kopieren. Dumitraches Küche ist eine intelligente Hommage. Der klassische Pizokel, die herzhafte Nudelspeise, wird hier zum kulinarischen Erlebnis neu justiert. Capuns, die eingewickelten Teigröllchen, überraschen mit ihrer Perfektion. Jedes Gericht, ob «Bündnerfleisch» vom feinsten oder eine saisonale Kreation, erzählt von der Handschrift eines Kochs, der das Traditionelle meisterhaft beherrscht, um es behutsam weiterzuentwickeln. Die Atmosphäre ist dabei so authentisch wie das Konzept: urig, warm, einladend und doch voller urbaner Leichtigkeit.


Das Bündnerland Luzern ist mehr als ein Restaurant; es ist ein kulinarischer Brückenschlag. Ein Beweis, dass regionale Identität und Weltoffenheit, tief verwurzelte Handwerkskunst und innovativer Geist keine Widersprüche sein müssen. Wer hier Platz nimmt, erlebt nicht nur die Alpenküche in ihrer besten Form, sondern spürt auch den pulsierenden Herzschlag eines Hauses, das mit Leidenschaft geführt wird. Ein Besuch ist eine Reise – vom Ufer des Vierwaldstättersees direkt in die Seele Graubündens, ohne dass man Luzern verlassen müsste.