Das Rössli in Zeglingen ist mehr als ein Gasthof: Judith Gysin-Schaffner zelebriert Küche, Wein und Käse mit einer Leidenschaft, die nachhallt.
Wenn die Baselbieter Sonne über die sanften Hügel des Kantons wandert und der Tag langsam in den Abend übergeht, dann wird ein Haus in Zeglingen zum Leuchtfeuer für alle, die das Besondere suchen. Draussen flüstern die Blätter im lauschigen Garten, drinnen warten ein Glas Wein, ein Stück meisterhaft gereifter Käse und eine Gastgeberin, deren Herz für ihre Gäste genauso brennt wie für ihre Produkte. Hier, wo Tradition auf neue Ideen trifft, ist ein Ort entstanden, der weit mehr ist als eine blosse Einkehrstation.

Judith Gysin-Schaffner ist eine Frau, die man nicht vergisst. Wenn sie durch ihre Räume geht, dann spürt man die Energie einer Person, die das Wirtshaushandwerk nicht nur ausübt, sondern mit jeder Faser lebt. Das Konzept im Rössli ist neu, wie sie selbst betont – doch ihre Leidenschaft für das Kochen, den Wein und den Käse ist es nicht. Sie ist gewachsen, gereift und heute so gross, dass sie mühelos die alten Mauern des Gasthofs füllt. Mit ihrem Team hat sie einen Ort geschaffen, der keine Anbiederung an Trends nötig hat, sondern aus Überzeugung handelt: Gäste willkommen zu heissen und ihnen einen Moment zu schenken, der nachhallt.
Das Angebot im Rössli ist eine Hommage an die drei Säulen der Genusskultur. Da ist zum einen die Küche, die mit traditioneller, ehrlicher Bodenständigkeit und einem Hauch von Eleganz überrascht – Gerichte, die ehrlich sind und trotzdem eine feine Klinge schlagen. Zum anderen der Wein: Judiths zweites Herzensprojekt, die Weinwunderbar, stillt nicht nur den Durst, sondern auch den Wissensdurst. Regelmässig lädt sie zu Degustationen und Genusskursen, bei denen man Rotweine aus aller Welt oder feine Tropfen bei speziellen Abenden entdeckt. Und dann ist da der Käse – ihre dritte Passion, die sie bis an die Swiss Cheese Awards nach Fribourg führt. An der Theke und auf den Tellern zeigt sich diese Liebe zum Handwerk in jeder Nuance, vom zartschmelzenden Bergkäse bis zum intensiven Rohmilch-Klassiker. Es sind diese Produkte, die hier zelebriert werden – mit Ruhe, mit Sachverstand und einer ansteckenden Freude.

Ein Kalender voller Geschichten
Das Rössli lebt nicht von Gleichförmigkeit, sondern von den Besonderheiten im Jahreslauf. An einem Donnerstagmorgen beginnt der Tag mit einem Kaffee und dem Klang der ersten Gespräche, während die Mittagsstunde mit einem feinen Menü verwöhnt. Doch dann kommen die Abende: Abende, an denen der Gasthof zum Schauplatz wird. Mal ist es ein Krimidinner, das die Gäste in eine andere Welt entführt, mal eine Käseverkostung, die die Aromen der Schweiz aufrollt, mal ein Themenabend mit seltenen Weinen. Man spürt förmlich, wie dieses Haus selbst zum Erzähler wird – jede Woche ein neues Kapitel, komponiert von einer Frau, die es versteht, Tradition lebendig zu halten. Selbst wenn der Gasthof für geschlossene Gesellschaften reserviert ist, schwingt die Energie dieser Momente am nächsten Morgen noch durch die Räume.
Der Ort, an dem Zeit keine Rolle spielt
Es gibt diese seltenen Orte, an denen man sich sofort zu Hause fühlt – und das Rössli ist einer davon. Vielleicht liegt es an der Grosszügigkeit, mit der Judith ihre Gäste empfängt, oder an der klugen Bescheidenheit, mit der sie ihre Schätze präsentiert. Die Öffnungszeiten mag man sich merken: Donnerstag ab neun, Freitag ab siebzehn Uhr. Und wenn die letzten Gäste gegangen sind und die Türen geschlossen werden, dann geschieht das mit einem Lächeln, denn man weiss: Man hat wieder einmal einen Abend erlebt, der nicht nur den Magen, sondern auch die Seele genährt hat. Wer das Rössli verlässt, nimmt ein Stück dieser Wärme mit – und die Vorfreude darauf, bald wieder in Zeglingen einzukehren.
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