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Panoramic view of Lac de Taney with dramatic mountain peak reflected in still water, perfectly capturing the alpine refuge's breathtaking natural setting.
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Ein alpines Juwel: Wo Stille, See und Slow Food aufeinandertreffen

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14. September 20265 Min. Lesezeit

Hoch über dem Rhonetal, am stillen Lac de Taney, verbindet das Refuge du Grammont Bergstille, Slow Food und gelebte Regionalität.

Es gibt Orte, die scheinen der Zeit zu trotzen. Hoch über dem Rhonetal, eingebettet in eine geschützte Naturlandschaft auf 1'400 Metern, liegt ein Refugium, das seine Gäste mit einer einzigartigen Mischung aus Abgeschiedenheit und Gastlichkeit empfängt. Der Weg ist eine kleine Pilgerreise für sich: Rund eineinhalb Stunden führt ein Bergpfad vom Tal hinauf zum Lac de Taney, einem stillen Bergsee, dessen Wasser sich im Sommer bis auf zwanzig Grad erwärmt. Hier, am Ufer, steht das Refuge du Grammont – ein Holzbau mit Geschichte, Charakter und einer Küche, die weit mehr ist als blosse Einkehr nach dem Aufstieg.

Die Wurzeln des Refuges reichen bis ins späte 19. Jahrhundert zurück, als ein notarielles Familienchalet den Grundstein für eine bewegte Gastronomiegeschichte legte. Was als privater Rückzugsort begann, wurde in den 1920er-Jahren zu einem Restaurant, das von verschiedenen Generationen mit Hingabe geführt wurde. Seit 2013 steht das Haus unter der Leitung von Manuel Micoli und Raphaëlle Herrmann, die dem traditionsreichen Betrieb behutsam neues Leben einhauchen. Ihr Ansatz ist geprägt von Respekt vor der Geschichte des Hauses, von handwerklicher Überzeugung und einer klaren Vorstellung davon, was authentische Berggastronomie heute bedeuten kann: ein Ort der Begegnung, der Ruhe und des bewussten Genusses – fernab jeder touristischen Betriebsamkeit.

Kulinarik mit Haltung: Regionale Schätze, mit Liebe interpretiert

Auf der Karte des Refuges findet sich, was die Umgebung hergibt – und das ist beachtlich. Das hauseigene Brot entsteht mit Sauerteig aus dem Chablais, die Glaces werden aus der Milch der umliegenden Alpen zubereitet, und auch die Früchte stammen aus dem Wallis. Diese konsequente Regionalität ist keine nostalgische Attitüde, sondern gelebte Überzeugung. Die Küche ist ehrlich, bodenständig und doch verfeinert mit dem Wissen um moderne Genusskultur. Nach dem Wandern locken hausgemachte Glaces, die an heissen Tagen den krönenden Abschluss bilden, während mit Einsetzen der Jagdsaison der Herbst mit Wildgerichten aus der Region gehuldigt wird. Dazu serviert die Bar eine ausgewählte Palette an Schweizer Weinen und Bieren, hausgemachten Eistees und Jus aus dem Wallis – eine Komposition, die den Charakter der Landschaft auf den Tisch bringt.

Wer länger bleiben möchte, findet im Refugium einfache, aber gepflegte Zimmer und Mehrbettzimmer, deren Preise eine Halbpension einschliessen. Die Badezimmer sind zwar gemeinschaftlich, doch was hier fehlt an Luxus, wird durch die Unmittelbarkeit der Natur und die Wärme der Gastgeber mehr als wettgemacht. Der Internetzugang ist neu, Taxis gibt es nicht – und das ist in Wahrheit ein Glücksfall, denn so bleibt die Anreise jenen vorbehalten, die den Weg bewusst auf sich nehmen.

Ein Sehnsuchtsort für jede Jahreszeit

Der Lac de Taney ist mehr als nur eine Kulisse – er ist eine Lebenswelt für sich. Die geschützte Reserve der Préalpes lädt im Sommer zum Schwimmen, Angeln und Tauchen ein, während sich die umliegenden Massive mit spektakulären Weitblicken auf den Genfersee, die Rhonetal-Ebene und bis hin zum Mont-Blanc revanchieren. Wanderwege ab St-Gingolph, Vouvry, Torgon oder dem Col d'Ugeon führen zu diesem stillen Ort, der sich im Winter gänzlich verwandelt: Dann gehört die Landschaft den Schneeschuhwanderern und jenen, die in der Stille die Faszination eines eingefrorenen Sees erleben wollen. Der Plongée sous glace ist eine besondere Disziplin für Mutige, während für alle anderen der Moment des Innehaltens im tief verschneiten Tal zum unvergesslichen Erlebnis wird.

Das Refuge du Grammont ist ein Ort, der keine lauten Töne braucht. Seine Gäste belohnt er mit dem Gefühl, an einem der authentischsten Flecken der Schweiz gewesen zu sein – an einem Platz, an dem Bergluft, See und Küche zu einer Einheit verschmelzen. Wer einmal hier war, versteht, warum dieser Ort seit mehr als einem Jahrhundert Menschen in seinen Bann zieht. Die Anreise ist eine Investition in Zeit und Muskelkraft – und der Ertrag unbezahlbar.

Refuge du Grammont

Website besuchen

Un paradis naturel entre lac et montagne

Chemin du Lac 1

1896 Miex, Schweiz

+41 24 481 11 83
www.le-grammont.ch/

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